Der internationale Freihandel ist das Rückgrat des Kapitalismus. Ohne arbeitsteilige Weltwirtschaft ist die Geburt einer weltumspannenden Herrschaft der Ware nicht denkbar. Und internationale Handel ist nicht denkbar ohne Schiffverkehr. Riesige Kahne durchqueren die Weltmeere und schiffen jede nur denkbare Billigware in die Industrieländer.
Damit diese Reisen möglichst reibungslos und vor allem schnell abgewickelt werden können, wählen Reederein meistens den Weg via Indischer Ozean, Golf von Aden und später Suezkanal, um dann über das Mittelmeer das europäische Festland zu erreichen. Diese zeitsparende Route aber wird vermehrt von Piratenangriffen heimgesucht. Orchestriert vom somalischen Festland, greifen Piraten die Frachter an und erpressen ein feines Sümmchen.
Die Piraterie in somalischen Gewässern gefährdet aber den internationalen Freihandel, weil die Schiffe nun teilweise Afrika via Kap der Guten Hoffnung umfahren müssen. Diese Variante aber ist äusserst zeit- und kostenintensiv. Billigware ist dann zwar immer noch billig, aber im internationalen Konkurrenzkamp zählt – je nach Wirtschaftsraum – jeder Cent bzw. Penny oder Rappen.
Die NATO und die EU flankieren deshalb ihre Schiffe. Derzeit leistet die holländische Marine Dienst im Indischen Ozean. Und auch Einsätze der Bundeswehr sollen – am Grundgesetzt vorbei – bald einmal Realität werden. Von deutschem Boden geht heute zwar kein direkter Krieg mehr aus; dafür aber hat sich die deutsche Generalität – auch im Zusammenhang mit den Verstrickungen des BND (Bundesnachrichtendienst) – bei den US-Imperialisten ihr Lakaiendasein redlich verdient.
Auch die Schweiz, die mitten in Europa liegt, jedoch über eine beachtliche Hochseeflotte verfügt, überlegt sich nun, Schweizer Schiffe mit Schweizer Soldaten zu bestücken. Sicherheits- sowie neutralitätspolitisch ist dieses Unterfangen natürlich mehr als heikel: Ein vermeintlich neutraler Staat führt Operationen in internationalen Gewässern durch. Schweizer Soldaten sollen ihr Leben für den internationalen Freihandel aufs Spiel setzen, sollen sich womöglich für die reibungslose Fortführung der Warenherrschaft töten lassen.
Bei der Betrachtung dieser Szenerie wird einmal mehr deutlich, dass hinter der Maske des internationalen Freihandels, der laut Kapitalisten zu mehr „Wohlstand“ führen soll, eine imperialistische Doktrin steckt. Die weltumspannende Herrschaft einer Warenideologie führt nicht zu mehr Wohlstand, sondern füllt höchstens die Taschen einer Minorität, die mit ihren Milliarden die ganze Weltpolitik in die für sie wohlwollenden Bahnen lenken. Im Wirtschaftskrieg der Grossen verlieren die Kleinen.






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